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Was macht eigentlich

 

Was macht eigentlich

Teil 5: Walter Glöckner

 

Bisher erschienen:

Teil 1: Dirk Blaume
Teil 2: Markus Martin
Teil 3: Gerd Grimm
Teil 4: Helmut Lehmann

Dieses Mal beschäftigen wir uns mit einem Seegeritzer, welcher in einem Atemzug mit Grimm, Gert und Anderen dieser Zeit genannt wird, er ist ein Gründungsmitglied der BSG Traktor Seegeritz, er war dabei als zwei junge Männer den Gedanken in die Welt setzten einen Fußballverein zu gründen, ganze 42 Jahre war er Mitglied im Verein, zuerst aktiv beim DDR-Verein Traktor Seegeritz, dann später nach der Wende passiv beim Nachfolger TSV.
Er hat die positiven, sowie auch die negativen Momente im Vereinsalltag miterlebt, war dabei als die BSG aufgelöst wurde und auch bei der Wiederbelebung war er mit von der Partie.

Die Rede ist von Walter Glöckner!

 

Geboren am 25.10.1927 und heute stolze 79 Jahre alt, im Hause Glöckner gibt es dieses Jahr einen runden Geburtstag zu feiern. Doch nun zum sportlichen Teil unserer Ausführungen. Es begab sich noch vor der offiziellen Gründung der BSG Traktor Seegeritz, als Zilinsky und Unger, welche beide sehr sportlich waren, die Idee ins Leben gerufen haben einen Fussballverein im Ort zu gründen. Bis dahin spielten die jungen Männer in ihrer Freizeit schon oft einfach so mit dem runden Leder, doch in Zukunft wollten sie dies organisiert und regelmäßig tun. Nachdem nach und nach alle vom Krieg wieder heimgekehrt waren, setzte man sich mit Albert Herbert in Verbindung, welcher den Sportlern 1948 seine Wiese zur Verfügung stellte. Bei diesem Stück Rasen handelte es sich wortwörtlich um eine Wiese, denn nur mit viel Fleiß und Arbeit wurde aus dem Feld ein bespielbarer Sportplatz, mit Hacke und Spaten rückten die Männer den Unebenheiten zu Leibe, die Drainage, welche der Bauer schon unter die Wiese gebracht hatte konnte für die Fussballer natürlich nur von Vorteil sein und so nutze man diese selbstverständlich gleich. Nun suchte man jedoch noch eine Möglichkeit den Sportplatz nach außen hin abzugrenzen. Als 1949 die Landschaftsschutzgestaltung verschiedene Grünstreifen auf Feldern anlegte, setzte man sich mit den Leuten in Verbindung und organisierte auf diesem Weg die später namensgebenden Pappeln, welche dann um das Spielfeld herum gepflanzt wurden, laut Experten sollten die Bäume die Feuchtigkeit aus dem Boden ziehen und sehr schnell wachsen. Im gleichen Jahr musste natürlich auch noch eine Umkleidemöglichkeit für die künftigen Punktspiele geschaffen werden, dazu fuhren die Männer nach Borna und bauten dort eine alte Holzbaracke ab, welche sie dann wieder in Seegeritz aufstellten, doch nicht dort wo sich die Räumlichkeiten heute befinden, sondern in der Nähe des jetzigen Spielplatzes, da das Gelände des Sportplatzes für so ein Gebäude kein Platz mehr bot. Von 1950 bis 1953 mussten die Spieler sich dann dort umziehen und zum Spielfeld hinter laufen. Nach diesen drei Jahren besorgte Bürgermeister Zilinsky finanzielle Mittel, um genau zu sein 15 000 Mark, um einen Umkleide- und Waschraum aus Steinen zu bauen, dieser ist heute noch in der Pappelarena zu bewundern, aber anders als jetzt mussten die Spieler sich damals mit Wasser aus einem Brunnen waschen, wie sich bestimmt jeder denken kann war das Wasser natürlich nicht immer so wohltemperiert wie heute.
 

 

1963 bekamen die Sportler dann die lang ersehnte Wasserleitung, auch diese ist heute noch in Betrieb, hier sieht man eben wieder die gute alte Wertarbeit der DDR. Als einen Höhepunkt, an welchen sich Walter Glöckner gern noch erinnert, nannte er den alljährlich stattfindenden Sportlerball, bei welchem mit Dorffestcharakter selbstverständlich auch alle Frauen und Kinder recht herzlich eingeladen waren, einfach ein Fest für die ganze Familie. Die Abendveranstaltung fand im Gasthof Seegeritz statt, der damalige Gastwirt arbeitete sehr eng mit dem Sportverein zusammen und so kehrte man auch oft nach den Spielen noch auf einen „Stiefel“ bei ihm ein. Tagsüber fanden z.B. am Gemeindeamt verschiedene Wettbewerbe statt, beim Eierlauf kam es auf Geschicklichkeit an, anders beim Boxen, wo sich die Männer im Kräftemessen profilieren konnten. Zu späterer Stunde waren jedoch auch die größten Rivalen wieder vereint, wie das eben in so einem kleinen Dorf nun mal ist. Weiter erwähnenswert fand Glöckner, die vielen freiwilligen Helfer aus Seegeritz, die auch gern mit anpackten, wenn Arbeit anstand um den Verein voran zu bringen, ohne sie wäre vieles nicht möglich gewesen.

 

 

Obwohl die Seegeritzer fast durchgängig in der 3. Kreisklasse kickten, stach ein Mann sportlich heraus, Rolf Höfler war der Torhüter der ersten Herrenmannschaft, seine Fähigkeiten waren weit über die Grenzen Seegeritz hinaus bekannt, laut Glöckner und einigen Anderen hätte Höfler damals bei Weitem in einer höherklassig spielenden Mannschaft anfangen können, für die 3. Kreisklasse war er schlicht und einfach überqualifiziert. Doch Höfler, Rolf interessierte sich nicht für andere Teams, sein Herz hatte er an die BSG Traktor Seegeritz verloren, hier machte ihm das Fussball spielen Spaß und hier wollte er auch bleiben, denn hier spielten seine Freunde, seine Kameraden, die auch in schlechten Zeiten zu ihm standen. Eine weitere Anekdote aus früheren Zeiten war für Glöckner der Austausch zwischen Seegeritz und Osterfeld, die Männer von der Parthe fuhren für ein Wochenende mit Frau und Kind nach Osterfeld und übernachteten dort bei den Spielern der Gastgebermannschaft, das Gleiche geschah dann natürlich auch umgekehrt. Bei der Rückfahrt von Osterfeld sollte sich jedoch ein kleines Missgeschick ereignen, da die Männer zu spät am Bahnhof waren, oder der Zug zu früh abfuhr, verpasste man diesen und musste bis zum nächsten Morgen auf dem Bahnhof übernachten, da in der Truppe immer der ein oder andere Spaßvogel war wurde in dieser Nacht auch noch lautstark mit einer Dampflok rumhantiert, was den Leuten, die im Bahnhof wohnten nicht sonderlich gefiel, aber viel gelacht haben in dieser Nacht alle und zum schlafen wird wohl niemand gekommen sein.
Von Anfang an schickten die Seegeritzer zwei Mannschaften ins Punktspielrennen, wobei die Spieler ständig zwischen den beiden Teams ausgetauscht wurden, so strenge Regeln wie heute, existierten damals noch nicht. Neben dem wöchentlichem Training stand auch noch eine Mannschaftssitzung, meist im Gasthof, an bei der die Aufstellung für das kommende Spiel bekannt gegeben wurde, hier interessant war natürlich für jeden, ob er nun in der ersten oder in der zweiten Mannschaft spielt. Der Großteil der Aktiven kam damals aus Seegeritz, Merkwitz und Cradefeld, nur vereinzelt mischte sich auch mal ein Leipziger unter die Truppe, doch meist nicht besonders lange.

Walter Glöckner spielte vom ersten Spiel an für die BSG, 1950 begann seine Laufbahn in Seegeritz, bis 1965 trat er hier aktiv an den Ball, altersbedingt wurde zu dieser Zeit aus den beiden Mannschaften nur noch eine, denn auch durch Arbeit oder Familie hingen viele Spieler die Fussballschuhe an den Nagel, Glöckner fühlte sich jedoch noch zu fit um ganz aufzuhören, da es in Seegeritz keine Altherrenmannschaft gab, fing er bei der MiHoMa, seinem damaligen Arbeitgeber, an und kickte dort noch bis ca. 1972. Nebenbei blieb er der BSG Traktor natürlich treu und besuchte, wenn möglich, alle Heimspiele als Zuschauer, dieses Interesse hielt bis 1992 an, denn laut Glöckner fühlt er sich durch und durch als Seegeritzer und fragt noch heute bei seinem Enkel, welcher auch schon wieder bei den Senioren spielt, nach den aktuellen Ereignissen rund um den jetzigen TSV Seegeritz. Besonders brisant fand er die ewig herrschende Rivalität und den immer vorhandenen Konkurrenzkampf zwischen Seegeritz und Taucha, welcher jedes Mal hochinteressant war.
Doch das kleine idyllische Parthedörfchen erlebte nicht nur schöne Zeiten, 1970 als nicht mehr genügend Spieler für eine Fußballmannschaft zur Verfügung standen rollte kein Ball mehr in der Pappelarena, der Spielbetrieb war eingestellt. Dies störte einige Leute sehr, Wolfgang Vetter war es dann, welcher sich ein Herz fasste eine Horde Schüler zusammen trommelte um mit ihnen den Neuanfang zu wagen, was daraus wurde sahen wir am Aufstiegsspiel in die Bezirksklasse einige Jahre später, doch dazu mehr in der nächsten Folge unserer Serie „Was macht eigentlich…?“ Bis dahin verbleiben wir mit einem kräftigen SPORT FREI!
 

Das Interview führte Nicky Pikara im Juli 2007.

P.S.: demnächst gibt es in unserem historischen Bereich auf der Homepage noch mehr Fotos aus Gründungszeiten sowie Bilder der damaligen Jugendmannschaften.

 

 

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