Herren holen Herbstmeisterschaft

Aufstellung Seehausen: Gähler - Schmidt, Krause, Werner, Gerstenberger  - Friedrich, Lindner, P.Dummer, Frank - Schlossus (Gruhne), R.Dummer (Beer)

Aufstellung Seegeritz: Kolbig - M. Haufe, Jahn, H.Körner, R.Haufe (Wunderlich)- Franz, Konradt, Melzer (Klose), Pönert - Hoffmann, Bachmann

Tore:

1:0 Alexander Frank (15.)
2:0 Oliver Schmidt (27.)
2:1 Sebastian Bachmann (32.)
2:2 Silvio Konradt (FE) (50.)
2:3 Tobias Pönert (FE) (64.)
3:3 Henrik Lindner (78.)
3:4 Marco Klose (88.)
3:5 Sebastian Bachmann (90.)

rote Karten: Peter Dummer (21.), Heiko Krause (nach Abpfiff)

Schiedrichter: Klaus Peukert (Borsdorf)

Zuschauer am Sportplatz Seehausen: 117

Was verschlägt deutlich über 100 Zuschauer am Sonntagnachmittag auf den Seehausener Sportplatz? Schönes Wetter zum einem, aber viel mehr war es das Derby zwischen Seehausen II und Seegeritz, was die Massen anlockte. In der heutigen Partie ging es nicht nur um viel Prestige, nebenbei wurde auch noch die Herbstmeisterschaft entschieden, denn es traf der Zweite auf den Ersten (siehe Vorbericht). Der TSV musste auf die beiden gesperrten Defensivstammspieler Swen Kaufmann und Michael Günther verzichten, für sie wurden Silvio Konradt sowie Heiko Körner, der bereits gestern gegen Thekla 90 Minuten spielte, von den Alten Herren aktiviert. Außerdem war der wiedergenesene Toptorjäger Sebastian Bachmann zurück in der Startelf. Der Unparteiische war Klaus Peukert aus Borsdorf - ein gutes Omen, denn dieser Mann leitete bereits die Pokal-Zweitrunden-Sensation der Seegeritzer gegen Turbine I.
In Hälfte eins musste der TSV nicht nur gegen 11 Seehausener ankämpfen, sondern auch gegen beständig wehenden Gegenwind sowie die tiefstehende Wintersonne. Diese begünstigte auch das erste Tor des Spiels nach 15 Minuten. Alexander Frank führt einen Freistoß für Seehausen aus 30 Metern vom linken Flügel direkt aus. Torhüter Kolbig will aus den Tor kommen, aber der hohe Ball wird vom Wind getrieben immer länger und schlägt im Gehäuse ein. 1:0, aber noch viel Zeit. Beide Teams führten die Partie sehr körperbetont und kampfstark, wobei die Gastgeber in der Anfangsphase den spielbestimmenden Part einnahmen, von Seegeritz dagegen bis auf einen Schussversuch nach etwa 10 Minuten noch nicht viel zu sehen. Eine entscheidende Szene spielte sich in der 21. Minute ab. Peter Dummer wird nach verbaler Entgleisung gegenüber seinem Gegenspieler mit der Roten Karte vom Platz gestellt. Die Unterzahl schockte Seehausen zunächst nicht, denn wenig später konnten sie ihre Führung unter dem Jubel des Seehausener Frauen-Fanblocks auf 2:0 ausbauen. Und wieder hieß das Mittel hoher Freistoß von Sonne und Wind getrieben. Torschütze diesmal war Kapitän Oliver Schmidt, erneut sah Torhüter Kolbig nicht gut aus, auch TSV-Kapitän Sebastian Jahn hätte womöglich noch eingreifen können.
Nun merkten die Gäste langsam, dass sie aufwachen und mehr nach vorne tun mussten. Die passende Antwort auf das 2:0 folgte 5 Minuten später. Tobias Pönert tritt von rechts einen Freistoß, die Flanke findet im Strafraum am langen Pfosten Sebastian Bachmann, der gegen die Laufrichtung des Torhüter köpft und so den wichtigen 2:1 Anschluss herstellt. Das Spiel nun offen, vor der Halbzeit gab es auf beiden Seiten noch einmal große Chancen. Erst knallt ein SG-Freistoß an die Latte, aber wenig später die tausendprozentige Ausgleichmöglichkeit für Seegeritz. Seehausens Abseitsfalle misslingt, wodurch Torsten Hoffmann mit dem Ball auf und davon rennt. Alleine vorm Tor schießt er aber den bereits liegenden Hüter an. Und so ging es mit einem nicht unverdienten 2:1 für die Gastgeber in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel hielt der TSV nun alle Trümpfe in der Hand: Überzahl, Sonne und Wind im Rücken. Puren Optimismus nach Wiederanpfiff versprühte Reservist Michael Jackisch, dem heute aufgrund des Überangebots von Spielerpersonal nur der Platz auf der Tribüne blieb: „Ich glaube, wir schießen heute mindestens 5 Tore“. Seine Prognose schien 4 Minuten später glaubhaft zu werden. Torsten Hoffmann wird im 16er zu Fall gebracht und Silvio Konradt verwandelt sicher mit seinem 7. Saisontor im Herrenbereich zum Ausgleich. Hoch erregt zeigte sich SG-Trainer Ingo Tapper aufgrund des Strafstoßes, denn dieser passte überhaupt nicht in Seehausens taktisches Konzept. Es entwickelte sich ein heißes Derby: intensive Zweikämpfe und hochkochende Emotionen bestimmten auf beiden Seiten das Bild. In Minute 64. kommt erneut Torsten Hoffmann im Strafraum zu Fall und Schiri Peukert gibt den zweiten Elfmeter für die Gäste. Die Seehausener zeigten sich mit dieser umstrittenen Entscheidung überhaupt nicht einverstanden, Hüter Steffen Gähler erhielt zusätzlich wegen Meckerns noch den Gelben Karton. Unbeeindruckt davon tritt Tobias Pönert zum fälligen Strafstoß an und verwandelt kaltschnäuzig in die Mitte des Tores. Seegeritz nun erstmals in Führung.
Die Gäste schienen nun den Vorsprung verwalten zu wollen anstatt die endgültige Entscheidung zu suchen. Die Quittung dafür gab es 12 Minuten vor Schluss. Mit einem Distanzschuss kann Henrik Lindner zum 3:3 ausgleichen – das erste Tor, das nicht infolge einer Standardsituation herbeigeführt wurde. „Ein ganz fieser Ball, im letzten Moment dreht er noch weg“, beschreibt Torhüter Jürg Kolbig die Flugeigenschaften des Teamgeist in dieser Situation. „Ohne Schiri habt ihr keine Chance“, skandierten jetzt hämisch einige Zuschauer, die sich durch den Schiedsrichter benachteiligt gefühlt hatten.
Den Ausgleich hatte sich die SG in der Tat redlich verdient gehabt, und bis zur 88. Minute schien es auch bei einer Punkteteilung zu bleiben, was natürlich einen von Turbine angereisten Spieler gefreut hätte. Aber der eingewechselte Marco Klose machte allen einen Strich durch die Rechnung und erzielte nach einem Eckball unter großem Jubel das 4:3. Die endgültige Entscheidung gab es dann 2 Minuten später bei einem Seegeritzer Konter. Aus abseitsverdächtiger Position startet Sebastian Bachmann allein aufs Tor und kann mit einem Lupfer den herausstürmenden Hüter überwinden. Der Frust bei der Heimmannschaft saß nun besonders tief, Keeper Gähler empfand sogar 4 der 5 Gegentore als irregulär. Nach 2 Minuten Nachspielzeit war die Partie dann zu Ende, Michael Jackischs Prophezeiung bewahrheitete sich und Seegeritz durfte sich Herbstmeister 2006 nennen. SGS-Spieler Heiko Krause erhielt nach dem Spiel noch die Rote Karte, als er unsportlich seinen Unmut gegenüber dem Schiedsrichter über dessen Leistung äußerte.
Fazit: Schmeichelhafte 3 Punkte für den TSV, die über weite Strecken der Partie Leidenschaft vermissen ließen. Seehausen zeigte Einsatzwillen und hätte sicherlich mehr verdient gehabt, aber die frühe rote Karte entpuppte sich am Ende als großer Nachteil. Nichtsdestotrotz bleiben beide Mannschaften heiße Aufstiegsanwärter und Seegeritz darf nach erneuten Big Points auf Platz 1 überwintern.

Spielbericht mit Fotos von sg-seehausen.de


Jung und Alt zog dieses Spiel in seinen Bann


Pönert in Bedrängnis


in Hälfte eins war es ein erheblicher Nachteil gegen die Sonne zu spielen


"Wenn ich dann komme, mach ich ihn rein"


Ronny Schneider schmeckt es nicht nur in Seehausen


wieder an Bord und gleich 2 Tore beigesteuert: Sebastian Bachmann


Silvio Konradt übernahm erneut Verantwortung beim Elfmeterschiessen


Torsten Hoffmann konnte heute 2 Strafstöße raus holen


Stimmen zum Spiel

Danny Franz (*): "In einem schlechtem Spiel, wär ein Unentschieden heute hier gerecht gewesen, doch am Ende haben wir die drei Punkte mitgenommen, was uns natürlich sehr freut. Jetzt wird erstmal kräftig auf die Herbstmeisterschaft angestoßen."

Marco Klose (**): "Dass es heute so einfach für mich wird, hätte ich nicht gedacht, meine Einwechslung kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Man kann es ganz simpel beschreiben, ich kam, sah und siegte."

Karl Jahn (***): "Für mich persönlich ist das Endergebnis heute zu hoch ausgefallen, natürlich freut es mich, dass Seegeritz gewonnen hat, aber mit einer Punkteteilung hätte man sich auch zufrieden geben müssen. Am Ende lief es halt zu Gunsten der Gäste."

* Mittelfeldspieler
** Stürmer
*** Vater von Trainer Fredy Jahn
03 Dec 2006 16:27 von Webmaster
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